Eine überzeugende Rede zu schreiben und zu halten ist weitaus weniger schwer als du vielleicht denkst. Wenn du weißt, worauf du achten musst, kannst du dich ganz entspannt auf deine Abschlussrede vorbereiten.

Schritt 1: Das Material sammeln

Für eine überzeugende Rede brauchst du zuallererst einen Überblick über das, was du sagen willst. Klingt trivial, ist es aber nicht: Die Auswahl der Inhalte bestimmt schließlich alle weiteren Arbeitsschritte. Beginne daher mit einem Brainstorming. Wenn du ein Whiteboard zur Verfügung hast, kannst du es dafür nutzen, aber ein Stück Papier reicht auch voll und ganz aus. Links lässt du Platz für eine Mindmap, rechts notierst du deine Rahmenparameter. Die lauten wie folgt:

  • Zu welchem Anlass hältst du die Rede?
  • Wie lang darf die Rede dauern?
  • Wer sitzt im Publikum?

Was will das Publikum hören – und was will der Redner sagen?

Besonders wichtig für deine Rede ist das Publikum. Je nachdem, wer deine Rede hört, hast du es mit unterschiedlichen Vorkenntnissen, mit anderen Erwartungen und auch bspw. einem ganz unterschiedlichen Humor zu tun. Die wichtigste Frage, die du dir im Vorfeld stellen solltest, lautet daher: „Was will mein Publikum hören?“ Bei einer Rede zum Abschluss an der Uni sollte es vor allem um das Studium gehen. Wie war der Studienalltag – und was war in eurem Jahrgang neu und anders?

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https://youtu.be/MKVNC5a-oso

 

Auf der anderen Seite solltest du dich aber auch fragen, was du sagen willst. Als Redner möchtest du ja auch nichts erzählen, das vielleicht erwartet wird, hinter dem du aber nicht stehst. Da kommt die Mindmap ins Spiel: Hier sammelst du die Highlights deines Studiums. Für mich waren das z.B. der Zusammenhalt der Studenten, die Ausbildungsinhalte und die spannende Frage, wohin sich der Fachbereich Wirtschaftsinformatik in Zukunft weiterentwickeln wird.

Ein Blick zurück, aber auch ein Blick nach vorn: Damit zeigst du, dass du weißt, welches Potential das Fachgebiet hat. Außerdem ergibt die Kombination aus Rückblick und Vorfreude eine gute emotionale Balance. Würdest du nur über das Studium reden, hätte das viel von Abschied und wenig von Aufbruch. Und deine Rede zum Abschluss soll ja nicht der Vergangenheit nachtrauern, sondern auch Lust auf Neues machen.

Die besten Themen sind die, für die du brennst.

Um eine Abschlussrede zu schreiben, die auch auf emotionaler Ebene mitreißt, suchst du aus deiner Mindmap als nächstes all diejenigen Themen aus, für die du dich wirklich begeisterst.

Wenn du über diese Themen redest, ist deine Euphorie echt – das wirkt nicht nur authentisch und lebendig, sondern steckt auch an. Wenn du mit Spaß an der Sache vorträgst, kannst du dein Publikum selbst dann begeistern, wenn es eigentlich gar nicht so viel mit der Materie anfangen kann. Zeig also, dass du von deiner Rede selbst überzeugt bist. Themenbereiche, in denen du dich nicht so gut auskennst, solltest du hingegen eher vermeiden oder, wenn es gar nicht anders geht, zumindest kurz und knackig abhandeln.

 

Schritt 2: Die Rede schreiben

Wenn du deine Ideen erst einmal gesammelt und visualisiert hast, ist es leicht, sie in die passende Reihenfolge zu bringen. Achte darauf, dass sich die Themen möglichst ohne große Sprünge auseinander ergeben. Außerdem braucht die Rede einen Rahmen: Eine Einleitung und einen Schluss. Zu Beginn solltest du Bezug zum Setting nehmen.

Zeig, dass du dich geehrt fühlst, diese Rede halten zu dürfen, trag aber nicht zu dick auf. Da dich nicht alle im Publikum kennen dürften, solltest du dich außerdem kurz vorstellen, bevor du zum eigentlichen Inhalt übergehst. Am Ende braucht die Rede außerdem ein Schlusswort – dadurch weiß das Publikum, wann es applaudieren darf.

Schritt 3: Üben, üben, üben

Klare Sache: Eine Rede hält sich nicht von selbst. Übe daher im Vorfeld den Text so oft wie möglich. Je besser du deine Rede kennst, desto weniger Stress bereitet dir später der Vortrag – im Ernstfall kannst du schließlich auch ein, zwei Sätze aus dem Gedächtnis improvisieren.

Damit du dich im Fall eines Blackouts aber auch auf deinem Manuskript leicht zurechtfindest, solltest du Schrift und Zeilenabstand groß einstellen. Satzanfänge findest du außerdem leichter, wenn du sie fett druckst. Und solltest du dich im Eifer des Gefechts versprechen: Nimm es locker, mach einen Scherz drüber und dann mach einfach weiter.

Hier erhältst du außerdem eine Mindmap zum Veranschaulichen: https://studenten-tipps.com/abschlussrede