Nachdem der schriftliche Teil der Bachelorarbeit oder Masterarbeit abgeschlossen ist, wartet auf viele Studenten noch das Kolloquium, auch Verteidigung genannt. Manche Studiengänge bieten wenig Vorbereitung auf eine mündliche Prüfung, da solche Tests in kaum einer Vorlesung geübt werden können.

Kein Wunder also, dass man aufgeregt ist, nicht weiß, was kommt, und möglicherweise Vorstellungen hat, die sich letztlich als falsch herausstellen. Hier möchte ich euch deshalb von der Erfahrung meines Kolloquiums erzählen und zeigen, dass das alles gar nicht so dramatisch ist.

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https://youtu.be/KQ3JasJN9fw

Mit dabei…

Normalerweise dauert die mündliche Prüfung zirka 30 Minuten. Das kann je nach Uni und Studium immer etwas variieren.

Auf jeden Fall mit dabei ist der Erstgutachter, also der Dozent, bei dem du die Bachelorarbeit oder Masterarbeit geschrieben hast, und der Zweitkorrektor. In manchen Fällen nimmt zusätzlich noch ein Protokollant teil, oder Besuch, wenn der zugelassen ist.Beim Reinkommen ist man als Prüfling vielleicht erstmal überfordert von der ungewohnten Situation, aber keine Panik: Die Prüfer waren alle schon in derselben Lage und sind im Normalfall sehr freundlich. Du kannst die Sache also ganz entspannt angehen. Vergiss in der Aufregung nicht, die Prüfer zu begrüßen, das hinterlässt einen guten Eindruck und du kannst schon ein paar Sympathiepunkte sammeln.

Vielleicht hast du eine Einladung bekommen, in der die Daten der Anwesenden stehen, dann kannst du sie sogar mit Namen ansprechen.

Deine Arbeit auf einen Blick

Im nächsten Schritt stellst du die Ergebnisse deiner Arbeit vor. Dafür kannst du im Vorfeld zur Vorbereitung deine Bachelorarbeit oder Masterarbeit nochmal durchlesen und die wichtigsten Gedanken in Stichpunkten notieren.

Diese stellst du dann entweder mit einer PowerPoint-Präsentation vor, oder du gibst eine mündliche Zusammenfassung. Das dauert normalerweise 10 bis 15 Minuten und kommt immer auf die Uni an. Zuerst erklärst du dabei, wie du auf dein Thema gekommen bist, was dich daran interessiert und wie du wissenschaftlich vorgegangen bist, sei es bei der Recherche oder bei Umfragen.

Danach stellst du deine wichtigsten Erkenntnisse vor. Dazu gehört es auch, Kritik an deiner Arbeit zu üben, also zu sagen, wo es noch Ausbaubedarf geben könnte oder wo du vielleicht nicht weitergekommen bist.

Das heißt nicht, dass du deine Arbeit schlechtreden sollst, im Gegenteil. Dadurch zeigst du, dass du im Studium gelernt hast, deine Ergebnisse kritisch zu reflektieren und seit der Abgabe noch weitergedacht hast.

Einen Schritt weiter denken

Danach stellen die Prüfer kritische Fragen. Bei diesem Teil geht es richtig in die Tiefe deines Themas, aber mit diesem hast du dich für die Hausarbeit so gut auseinandergesetzt, dass es keine Probleme geben dürfte. Überlege im Vorfeld des Kolloquiums, welche Fragen die Prüfer stellen könnten und lege dir mögliche Antworten bereit.

Hast du eventuell während deines Studiums eine Vorlesung besucht, die zum Thema deiner Arbeit passt? Die Unterlagen können helfen, eine neue Perspektive einzunehmen.

Gib dir vor deinen Antworten am besten ein paar Sekunden Zeit, um über die Frage nachzudenken. Das kommt auf jeden Fall besser rüber, als einfach draufloszureden.

Das Beste zum Schluss

Wenn alle Fragen beantwortet sind, wirst du aus dem Raum geschickt, damit die Prüfer sich über die Note beraten können.

Das dauert im Normalfall nur ein paar Minuten, nach denen du direkt ein Feedback zu deiner Leistung bekommst. Manche Dozenten sprechen dabei auch noch über die schriftliche Arbeit, zu der du aber ein gesondertes Gutachten entweder direkt an diesem Tag oder online bekommst.

Ganz zum Schluss teilt man dir noch deine Note mit, entweder nur für die mündliche Prüfung, oder auch für die schriftliche, wenn du dazu im Vorfeld noch keine Ergebnisse hattest.

Prinzipiell unterscheidet sich das Kolloquium nur wenig von anderen mündlichen Prüfungen wie beispielsweise beim Abitur.

Der einzige Unterschied ist, dass das Thema fachspezifisch und genau auf den Bereich zugeschnitten ist, in dem du dich auskennst. Darum kannst du an die Sache entspannt herangehen und dich darauf freuen, dich mit Experten über deine Ideen und Ergebnisse auszutauschen. So kann eigentlich nichts schiefgehen im Kolloquium.